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Plakias entdecken: Traumstrände, Tavernen und Geheimtipps

Plakias an Kretas Südküste ist ein Dorf ohne Hochhäuser und Betonburgen – dafür mit einsamen Buchten, Bergdörfern und echtem Inselcharakter. Wann Sie fahren sollten und was Sie erwartet, lesen Sie hier.

Plakias entdecken: Traumstrände, Tavernen und Geheimtipps

Plakias: Der Ort, an dem Kreta noch nach Kreta schmeckt

Es gibt diesen Moment, wenn Sie die Schlucht hinter sich lassen und die Straße sich zum Meer hin öffnet. Plötzlich liegt sie da, diese Bucht. Ein halber Mond aus Kies und Sand, links und rechts Felsen, dahinter nichts als das Libysche Meer. Und dann fällt Ihnen auf, was fehlt: Hochhäuser. Betonburgen. Der ganze Apparat, den Sie aus anderen Teilen der Insel kennen.

Plakias ist ein kleines Dorf an der Südküste Kretas, im Regionalbezirk Rethymno, eingeklemmt zwischen steilen Hängen und dem offenen Meer. Wer zum ersten Mal hier ankommt, hat meistens eine kurvige Fahrt hinter sich — von Rethymno sind es rund 36 Kilometer nach Süden, und die haben es in sich. Dafür werden Sie mit einem Ort belohnt, der sich seinen Charakter bewahrt hat.

Wichtige Erkenntnisse

  • Plakias liegt an der Südküste Kretas, etwa 36 km südlich von Rethymno, und ist nur über Bergstraßen erreichbar
  • Die Hauptbucht ist ein sanft abfallender Kiesstrand — gut für Familien, aber Badeschuhe sind kein Luxus
  • Östlich und westlich verstecken sich kleinere Buchten und Naturstrände, teils ohne Liegen und Sonnenschirme
  • Die beste Reisezeit liegt zwischen Mai und Juni sowie im September — im Juli und August weht oft starker Wind
  • Die Umgebung bietet Schluchten, Bergdörfer und Wanderwege, die kaum jemand kennt, der nur an der Küste bleibt
  • Preise und Andrang sind deutlich niedriger als an der Nordküste — zumindest außerhalb der Hauptsaison

Plakias Wetter: wann Sie wirklich fahren sollten

Das Wetter in Plakias folgt einer eigenen Logik. Die Südküste Kretas ist wärmer als der Norden, weil die Berge die feuchten Westwinde abfangen. Was im Norden als Regen vom Himmel fällt, kommt hier oft gar nicht erst an. Das klingt nach einem Vorteil, und ist es auch — mit einem Haken.

Die Saison im Überblick

Zeitraum Lufttemperatur Wassertemperatur Was Sie erwartet
Mai – Juni angenehm warm noch frisch kaum Betrieb, grüne Hänge, ideal zum Wandern
Juli – August heiß sehr warm voller Strand, starker Nordwind an manchen Tagen
September – Oktober warm angenehm ruhiger, günstiger, oft die schönste Zeit

Ich habe einmal Ende Juli eine Woche in Plakias verbracht und mich gewundert, warum mir am Nachmittag der Sand ins Gesicht flog. Der Grund: Der Meltemi, dieser beständige Nordwind, drückt durch die Bergpässe bis an die Südküste. An manchen Tagen ist das erfrischend. An anderen kippen Ihnen die Sonnenschirme um.

Mein Rat: Wenn Sie zum Baden kommen und nicht auf die Sommerferien angewiesen sind, buchen Sie Juni oder September. Die Wassertemperaturen sind dann noch beziehungsweise wieder angenehm, und die Tavernen haben Zeit für Sie.

Was viele nicht wissen: Die Südküste ist auch im Winter keine Eiswüste. Es gibt Tage mit 15 bis 18 Grad, an denen Sie am Strand sitzen können, während im Norden der Regen fällt. Als Ganzjahresziel taugt Plakias trotzdem nur eingeschränkt — viele Unterkünfte und Lokale schließen ab November.

Plakias Strand: die Bucht und ihre Nachbarn

Die Hauptbucht von Plakias ist lang, breit und fällt flach ins Wasser ab. Kies, grober Sand, dazwischen Steine. Wer Badeschuhe einpackt, bereut es nicht. Wer sie zu Hause lässt, wird es spätestens beim zweiten Mal bereuen.

Plakias Strand: die Bucht und ihre Nachbarn

Welche Strände sich lohnen

  • Hauptbucht: Liegen, Sonnenschirme, Tavernen direkt am Wasser — praktisch, aber im August voll
  • Souda Beach: gleich östlich um die Ecke, ruhiger, mit einer Felsenkneipe direkt am Kies
  • Damnoni: ein Stück weiter westlich, feiner Kies, flach, beliebt bei Familien
  • Amoudi und Schinaria: kleine Buchten, teils naturbelassen, Sie brauchen ein Auto
  • Preveli: berühmt wegen seiner Palmen, aber anstrengend zu erreichen und im Sommer überlaufen

Der Strand von Plakias wird oft als einer der schönsten der Region bezeichnet. Ehrlich gesagt: So pauschal würde ich das nicht unterschreiben. Was ihn besonders macht, ist weniger der Sand als die Lage — die Bucht ist von Hügeln umschlossen, es gibt keine Hotelburgen dahinter, und der Blick aufs offene Meer hat etwas Unverstelltes. Das ist es, was die Leute meinen, auch wenn sie „Strand" sagen.

Plakias Route: Anreise aus der Praxis

Plakias hat keinen Flughafen. Es hat nicht einmal eine Schnellstraße. Genau das ist der Punkt.

Anreise vom Flughafen

Von Chania im Westen fahren Sie je nach Strecke und Verkehr etwa eineinhalb bis zwei Stunden. Von Heraklion im Osten sind es eher zwei bis zweieinhalb. Beide Routen führen durch die Berge, kurvenreich, mit Aussicht.

Ohne Mietwagen wird es mühsam. Es gibt Busverbindungen von Rethymno nach Plakias, meist ein bis zwei Kurse pro Tag, und sie sind vor allem an Sonntagen und in der Nebensaison dünn gesät. Ein Auto gibt Ihnen die Freiheit, die Strände westlich und östlich zu erreichen — und genau dort liegt der eigentliche Reiz.

Mit dem Auto unterwegs

Zwei Straßen führen nach Plakias: eine von Norden über Koxare und die Kourtaliotiko-Schlucht, eine von Westen über Sellia und Myrthios. Die Nordroute ist spektakulär. Die Schlucht öffnet sich wie ein Tor, Sie fahren zwischen senkrechten Felswänden hindurch, und am Ende liegt das Meer.

Die Bergdörfer oberhalb — Sellia, Myrthios — lohnen einen Umweg. Von dort schauen Sie auf die gesamte Bucht hinunter. Es ist der beste Aussichtspunkt der Gegend, und ich habe noch nie verstanden, warum so wenige Touristen dort oben anhalten.

Plakias Einwohner: und was der Ort außerhalb der Saison ist

Hier wird es interessant. Plakias ist ein Ort mit sehr wenigen festen Einwohnern — nach der offiziellen Zählung sind es nur ein paar Hundert —, und dieser Umstand erklärt fast alles. Die Zahl taucht in verschiedenen Quellen unterschiedlich auf, weil der Ort dazugehört zur Gemeinde Foinikas und sich die Grenzen der Erhebungen unterscheiden. Sicher ist: Es sind wenige. Sehr wenige.

Plakias Einwohner: und was der Ort außerhalb der Saison ist

Das bedeutet: Ein großer Teil der Menschen, die hier im Sommer arbeiten, kommt aus den umliegenden Dörfern oder aus anderen Teilen Kretas. Die Kellnerin, die Ihnen den Kaffee bringt, wohnt vielleicht in Sellia. Der Fischer, der morgens die Netze einholt, ist vielleicht im Winter in Rethymno.

Im Winter wird Plakias dann zu dem, was es eigentlich ist: ein verschlafenes Küstendorf mit ein paar Dutzend Bewohnern, geschlossenen Läden und einer Stille, die nach Norden kaum jemand kennt. Ob Sie das reizvoll oder trostlos finden, hängt davon ab, was Sie suchen.

Plakias Hotel: Unterkunft zwischen Tavernen und Ferienwohnungen

Hotels im klassischen Sinn finden Sie hier, aber keine Ketten. Was es gibt: kleine Häuser mit 20, 30 Zimmern, Familienbetriebe, Apartments und Studios, viele davon direkt an der Bucht oder in den Gassen dahinter. Die Preise liegen deutlich unter dem, was Sie für vergleichbare Lage im Norden zahlen.

Was Sie beim Buchen beachten sollten

  • Lage: Unterkünfte an der Hauptstraße sind günstiger, aber lauter — Roller und Busse hören Sie morgens
  • Ausstattung: Klimaanlage ist im Sommer Pflicht, nicht Luxus. Prüfen Sie das vor der Buchung
  • Stornobedingungen: Viele kleine Betriebe verlangen Anzahlungen. Lesen Sie die Bedingungen genau
  • Nebensaison: Zwischen November und März schließen zahlreiche Häuser komplett

Ich habe einmal kurzfristig ein Studio gebucht, das laut Beschreibung „Meerblick" hatte. Der Meerblick bestand aus einem Fenster im Badezimmer. Seitdem schaue ich mir Fotos genauer an — und frage im Zweifel direkt nach, ob der Balkon zum Wasser zeigt. Klingt kleinlich. Ist es nicht.

Plakias Maps: so finden Sie sich vor Ort

Die gute Nachricht: Plakias ist klein. Sie können den Ort zu Fuß in einer halben Stunde ablaufen. Die schlechte: Sobald Sie die Küste verlassen, werden Karten unzuverlässig. Bergstraßen und Feldwege tauchen in digitalen Karten oft nicht oder falsch auf.

Plakias Maps: so finden Sie sich vor Ort

Was ich empfehle:

  • Laden Sie vor der Reise Offline-Karten für die Region Rethymno herunter — das Netz ist in den Bergen löchrig
  • Fragen Sie im Zweifel Einheimische nach dem Weg. Funktioniert besser als jede App
  • Für Wanderungen: Beschilderungen sind spärlich, teils in Griechisch und Englisch

Die Zufahrtsstraßen sind eng, kurvig und mancherorts in keinem guten Zustand. Mit einem größeren Mietwagen wird es an manchen Stellen kuschelig. Ein Kleinwagen tut es meist.

Plakias Fotos: warum die Bilder nichts verraten

Wenn Sie Bilder von Plakias suchen, sehen Sie dasselbe Motiv: die Bucht, der Sonnenuntergang, ein weißes Kirchlein auf einem Hügel. Es sind schöne Fotos. Sie erzählen nur nicht, wie sich der Ort anfühlt.

Was in keinem Foto auftaucht: Der Geruch von Thymian und Salbei, wenn Sie morgens aus der Tür treten. Das Klappern der Kaffeetassen in den Tavernen, wenn die Fischer zurückkommen. Die Stille zwischen Mittag und vier, wenn die Sonne so steht, dass selbst die Katzen im Schatten liegen bleiben.

Das ist keine Kritik an den Fotografen. Es ist nur ein Hinweis: Reisen Sie hin, statt Bilder zu googeln. Kreta lässt sich nicht flach drücken.

Was Sie außerhalb der Bucht nicht verpassen sollten

Wer nur im Liegestuhl liegt, verpasst die Hälfte. Das Umland von Plakias ist rau, grün und voller Spuren einer langen Geschichte — minoische Reste, römische Bauten, byzantinische Kirchen. Meist ohne Eintritt, ohne Absperrung, ohne Erklärtafel.

Das sollten Sie einplanen

  • Kourtaliotiko-Schlucht: auf der Nordroute, mit Wasserfällen und Blick auf die Gorges
  • Preveli-Kloster: hoch über dem Meer, mit berühmter Aussicht
  • Wanderung von Plakias nach Souda: kurz, aber lohnend, teils über Felsen
  • Bergdörfer Sellia und Myrthios: Tavernen, Aussicht, kaum Tourismus
  • Fähre nach Preveli oder Loutro: ein Ausflug auf dem Wasser, wenn der Wind mitspielt

Die Landschaft rund um Plakias gehört zu den wenigen Regionen Kretas, in denen der Massentourismus nie richtig angekommen ist. Ob das so bleibt, weiß ich nicht. Die Infrastruktur wächst, neue Häuser entstehen, und irgendwann wird auch hier mehr Betrieb sein.

Bis dahin gilt: Fahren Sie hin, solange der Ort noch der ist, der er ist. Nehmen Sie Badeschuhe mit. Und bleiben Sie bis zum Sonnenuntergang — dann verstehen Sie, warum manche Leute seit Jahrzehnten immer wieder zurückkommen.

Sebastian Wagner

Sebastian Wagner

Sebastian Wagner ist seit zehn Jahren als Journalist tätig und berichtet schwerpunktmäßig über Finanzen, Immobilien sowie Geschäftsentwicklungen. Ein weiterer Themenschwerpunkt seiner Arbeit liegt auf den Bereichen Frauen und Mode. Er veröffentlichte unter anderem Analysen zu Kapitalanlagen, Marktanalysen im Immobiliensektor sowie Portraits zu wirtschaftlichen und kulturellen Trends.

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