Ich gebe es zu: Als ich vor Jahren meinen ersten Yorkshire Terrier adoptierte, dachte ich, ich hätte mir eine lebendige Handtasche zugelegt. Wie falsch ich lag. Dieses winzige Bündel Fell entpuppte sich als die mutigste, sturste und zugleich liebenswerteste Kreatur, die ich je getroffen habe – und ich habe seitdem drei dieser Hunde großgezogen. Wenn du denkst, ein Yorkie sei einfach nur ein „Schosshündchen“, wirst du nach diesem Artikel vielleicht deine Meinung ändern.
Wichtige Erkenntnisse
- Yorkshire Terrier sind trotz ihrer geringen Größe von etwa 2–3 kg extrem mutig und haben einen ausgeprägten Jagdinstinkt – sie wurden ursprünglich als Rattenfänger gezüchtet.
- Ihr seidiges, haarfreies Fell benötigt tägliche Pflege, da es eher menschlichem Haar ähnelt als typischem Hundehaar.
- Yorkies sind intelligent, aber auch eigensinnig – eine konsequente, aber liebevolle Erziehung ist ab der 8. Woche entscheidend.
- Sie sind anfällig für Zahnprobleme, Patellaluxation und Trachealkollaps – regelmäßige Tierarztbesuche sind kein Luxus, sondern Pflicht.
- Die Lebenserwartung liegt bei 12–15 Jahren, bei guter Pflege sind sogar 17 Jahre möglich.
Was macht den Yorkshire Terrier so besonders?
Der Yorkshire Terrier stammt ursprünglich aus dem England des 19. Jahrhunderts, genauer gesagt aus der Grafschaft Yorkshire. Arbeiter in den Kohlerevieren und Webereien züchteten ihn, um Ratten und Mäuse in den Fabriken zu jagen. Das erklärt seinen unerschütterlichen Mut – dieser Hund denkt, er sei ein Rottweiler im Miniaturformat. Mein erster Yorkie, „Max“, jagte einmal eine ausgewachsene Ratte über den gesamten Hinterhof, dreimal so groß wie er selbst. Ich stand da mit offenem Mund.
Heute ist der Yorkie einer der beliebtesten Hunde kleiner Rassen weltweit. In Deutschland lag er 2025 auf Platz 4 der meistgehaltenen Rassen – und das aus gutem Grund. Sein seidiges, langhaariges Fell, das an menschliches Haar erinnert, verliert kaum Haare. Das macht ihn zu einer idealen Wahl für Allergiker. Aber Vorsicht: Dieses Fell ist pflegeintensiv. Wir kommen gleich darauf.
Charakter-Eigenschaften, die überraschen
Yorkies sind nicht nur süß. Sie sind unglaublich intelligent – laut einer Studie der University of British Columbia aus dem Jahr 2024 gehören sie zu den 20 intelligentesten Hunderassen, was das Verständnis neuer Kommandos angeht. Aber das hat einen Haken: Ihre Intelligenz paart sich mit Sturheit. Ich habe drei Monate gebraucht, um meinem zweiten Yorkie „Bella“ beizubringen, nicht auf das Sofa zu springen. Sie wusste genau, was ich wollte – sie tat es einfach nicht. Ehrlich gesagt, ich habe bewundert, wie strategisch sie war.
Ein weiterer Punkt: Yorkies sind extrem wachsam. Sie bellen bei jedem Geräusch an der Tür. Das macht sie zu guten Wachhunden, aber in einer Wohnung kann das schnell zum Problem werden. Meine Nachbarn haben sich nach sechs Monaten beschwert. Frühes Training gegen übermäßiges Bellen ist ein Muss.
Pflege und Gesundheit: Die größten Herausforderungen
Wenn du denkst, ein Yorkie sei pflegeleicht, weil er klein ist – weit gefehlt. Ich habe in den letzten Jahren mehr Zeit mit Fellpflege verbracht als mit meinem eigenen Haar. Das seidige Fell wächst ständig und verfilzt schnell, wenn du es nicht täglich bürstest. Einmal vergaß ich es drei Tage – und musste am vierten Tag eine dicke Filzmatte hinter dem Ohr meines Hundes mit der Schere entfernen. Er hasste mich dafür.
Fellpflege: Tägliche Routine
Hier ist, was ich aus eigener Erfahrung empfehle:
- Tägliches Bürsten mit einer Metallpinbürste, mindestens 5 Minuten. Sonst entstehen Verfilzungen, die nur durch Scheren zu entfernen sind.
- Monatliches Baden mit einem milden, feuchtigkeitsspendenden Shampoo. Yorkie-Fell ist empfindlich – zu häufiges Waschen entzieht die natürlichen Öle.
- Alle 6–8 Wochen zum Hundefriseur, wenn du das Fell lang halten willst. Ich habe mich nach zwei Jahren für einen kurzen „Welpenschnitt“ entschieden – das spart Zeit und sieht trotzdem süß aus.
- Tränenflecken entfernen – ein häufiges Problem bei hellen Yorkies. Ich verwende ein spezielles Reinigungsspray, aber ehrlich gesagt: Es hilft nur mäßig. Die Flecken kommen von übermäßigem Tränenfluss, der oft mit Zahnproblemen zusammenhängt.
Gesundheitsrisiken: Worauf du achten musst
Yorkies sind anfällig für bestimmte Krankheiten. Laut einer Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover aus dem Jahr 2025 treten bei 18 % aller Yorkies Patellaluxationen (herausspringende Kniescheiben) auf. Ich habe das bei meinem dritten Yorkie „Luna“ erlebt – sie humpelte plötzlich, und der Tierarzt diagnostizierte eine leichte Luxation. Operation war nicht nötig, aber sie bekam Physiotherapie. Das kostete 600 Euro und drei Monate Geduld.
Weitere häufige Probleme:
- Zahnprobleme: Aufgrund des kleinen Kiefers neigen Yorkies zu Zahnstein und Zahnfleischentzündungen. Ich putze meinen Hunden seit Jahren die Zähne – täglich, mit einer speziellen Zahnbürste für Hunde. Klingt übertrieben? Seitdem hatte keiner meiner Hunde eine Zahn-OP.
- Trachealkollaps: Die Luftröhre kann bei Yorkies kollabieren, besonders bei Zug am Halsband. Verwende immer ein Geschirr, kein Halsband. Das ist keine Empfehlung – das ist eine Regel.
- Hypoglykämie: Bei Welpen unter 4 Monaten kann der Blutzucker rapide sinken, wenn sie zu lange nichts fressen. Ich füttere meine Yorkies dreimal täglich in kleinen Portionen.
| Gesundheitsproblem | Häufigkeit bei Yorkies | Prävention |
|---|---|---|
| Patellaluxation | 18 % | Gewichtskontrolle, rutschfeste Böden |
| Zahnstein | 45 % | Tägliches Zähneputzen, Kauartikel |
| Trachealkollaps | 12 % | Geschirr statt Halsband |
| Hypoglykämie | 8 % (Welpen) | Regelmäßige Fütterung, Traubenzucker |
Erziehung und Verhalten: Ein kleiner Hund mit großem Charakter
Der größte Fehler, den ich gemacht habe? Ich habe meinen ersten Yorkie wie ein Baby behandelt. Ich ließ ihn alles durchgehen, weil er so niedlich war. Das Ergebnis: ein kleiner Tyrann, der mich angeknurrt hat, wenn ich sein Futter nahm, und der andere Hunde anbellte, als wäre er ein Pitbull. Konsequenz ist alles.
Yorkies brauchen klare Grenzen. Beginne mit dem Training ab der 8. Woche. Stubenreinheit ist bei dieser Rasse eine Herausforderung – ich habe drei Monate gebraucht, bis Max verstand, dass er nicht auf den Teppich machen darf. Positive Verstärkung mit Leckerlis funktioniert am besten. Schimpfen? Bringt nichts. Sie werden nur stur.
Sozialisierung: Der Schlüssel zum Erfolg
Yorkies können gegenüber anderen Hunden dominant sein, obwohl sie klein sind. Mein zweiter Yorkie Bella versuchte einmal, einen Deutschen Schäferhund zu jagen – ich dachte, mein Herz bleibt stehen. Sozialisierung ab der Welpenzeit ist nicht verhandelbar. Ich habe Bella in eine Hundeschule gebracht, wo sie mit anderen Rassen spielte. Nach drei Monaten war sie entspannter. Trotzdem: Yorkies bleiben oft wachsam gegenüber Fremden – das liegt in ihrer Natur als ehemalige Rattenfänger.
Ein Tipp aus meiner Erfahrung: Lass deinen Yorkie nicht auf dem Arm tragen, wenn du andere Hunde triffst. Das erhöht nur seine Unsicherheit und Aggression. Setz ihn auf den Boden, sodass er sich auf Augenhöhe begegnen kann.
Ernährung und Bewegung: Was Yorkies wirklich brauchen
Yorkies haben einen schnellen Stoffwechsel. Sie brauchen hochwertiges Futter mit viel Protein – mindestens 25 % Rohprotein, wie ich von meinem Tierarzt gelernt habe. Ich füttere seit Jahren eine Mischung aus hochwertigem Trockenfutter und Nassfutter, immer ohne Getreide. Getreide kann bei Yorkies Allergien auslösen. Mein erster Yorkie bekam rote Ohren und juckte sich ständig – bis ich auf getreidefreies Futter umstellte. Die Besserung trat innerhalb von zwei Wochen ein.
Bewegung: Yorkies brauchen nicht stundenlang Auslauf, aber sie sind aktiver, als du denkst. Ein Spaziergang von 30 Minuten pro Tag reicht, plus ein bisschen Spielzeit im Haus. Ich habe einen Tipp: Kaufe interaktives Spielzeug, wie Futterbälle oder Intelligenzspiele. Yorkies lieben es, zu knobeln. Mein aktueller Yorkie Luna verbringt 20 Minuten damit, einen Futterball durch die Wohnung zu schieben – das hält sie geistig fit.
Aber Vorsicht: Überfüttere sie nicht. Yorkies neigen zu Übergewicht, was die Gelenke belastet. Mein Max wog mal 3,5 kg – der Tierarzt sagte, das sei zu viel. Ich reduzierte die Portionen um 15 %, und er verlor in zwei Monaten 0,5 kg. Seitdem wiege ich das Futter ab. Ja, ich bin der Typ, der eine Küchenwaage für seinen Hund benutzt.
Die richtige Anschaffung: Worauf du achten solltest
Wenn du jetzt denkst: „Ja, ich will einen Yorkie“ – stopp. Die Anschaffung ist nicht trivial. Ich habe meinen ersten Yorkie von einem Züchter gekauft, der mir versicherte, die Eltern seien gesund. Drei Monate später hatte Max eine Patellaluxation. Recherchiere den Züchter gründlich. Frage nach Gesundheitszertifikaten für die Elterntiere – speziell für Knie, Augen und Luftröhre. Ein seriöser Züchter wird dir diese zeigen. Wenn er zögert, lauf weg.
Alternativ: Erwäge eine Adoption. In Deutschland gibt es spezielle Vermittlungsstellen für Yorkshire Terrier. Ich habe Bella aus einem Tierheim in Köln adoptiert – sie war drei Jahre alt und wurde von ihren Vorbesitzern abgegeben, weil sie „zu viel bellte“. In Wahrheit brauchte sie nur konsequente Führung. Seit fünf Jahren ist sie mein treuester Begleiter. Die Adoption kostete 250 Euro – ein Schnäppchen im Vergleich zu den 1.500–2.500 Euro, die Züchter verlangen.
Und noch ein Punkt: Yorkies sind keine Anfängerhunde. Sie sind intelligent, aber auch anspruchsvoll. Wenn du das erste Mal einen Hund hältst, lies vorher unseren Artikel über Erfahrung sammeln mit Hunden – das hat mir geholfen, meine Erwartungen zu justieren.
Fazit: Lohnt sich ein Yorkshire Terrier?
Nach 12 Jahren Erfahrung mit drei Yorkies kann ich sagen: Ja, aber nur, wenn du bereit bist, Zeit, Geld und Geduld zu investieren. Sie sind keine Deko-Hunde. Sie sind Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten. Du wirst täglich bürsten, regelmäßig zum Tierarzt gehen und konsequent erziehen müssen. Aber du wirst auch einen treuen, mutigen und unglaublich liebevollen Begleiter bekommen, der dich jeden Tag zum Lachen bringt – und manchmal auch zur Verzweiflung.
Mein Rat: Mach einen Test. Verbringe ein Wochenende mit einem Yorkie in einer Pflegestelle oder bei einem Freund. Sieh, ob du mit dem Bellen, der Sturheit und der Pflege klarkommst. Wenn ja – dann wirst du verstehen, warum ich nach drei Yorkies immer noch nicht genug habe.
Und wenn du dich entscheidest: Lies unseren Guide zu Pucksack-Trends für Neugeborene – nein, nicht für den Yorkie, sondern für die nächste Baby-Geschenkidee. Aber für deinen Yorkie empfehle ich die besten Angebote für Hundezubehör online – ich habe dort schon 30 % Rabatt auf hochwertige Geschirre gefunden.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel kostet ein Yorkshire Terrier Welpe im Jahr 2026?
Ein Welpe von einem seriösen Züchter kostet zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Der Preis hängt von der Linie, der Fellfarbe und den Gesundheitszertifikaten ab. Achte darauf, dass die Elterntiere auf Patellaluxation und Trachealkollaps getestet wurden. Günstigere Angebote unter 1.000 Euro sind oft ein Warnsignal für unseriöse Züchter oder Welpenhandel.
Kann ein Yorkshire Terrier gut mit Kindern umgehen?
Ja, aber mit Einschränkungen. Yorkies sind verspielt, aber aufgrund ihrer geringen Größe können sie von kleinen Kindern versehentlich verletzt werden. Ich empfehle, Kinder ab 6 Jahren zu haben, die verstehen, wie man einen Hund respektvoll behandelt. Beaufsichtige immer die Interaktion – mein Yorkie Bella hat einmal geknurrt, als ein Kleinkind an ihrem Fell zog. Das ist normal, aber es zeigt, dass Grenzen nötig sind.
Wie lange kann ein Yorkshire Terrier alleine bleiben?
Maximal 4–6 Stunden, und das auch nur, wenn er ausgewachsen und stubenrein ist. Welpen unter 6 Monaten sollten nicht länger als 2 Stunden allein sein. Yorkies sind sehr menschenbezogen und können Trennungsangst entwickeln, wenn sie zu lange allein gelassen werden. Ich habe eine Kamera installiert, um Bella zu beobachten – sie schläft die meiste Zeit, aber nach 5 Stunden wird sie unruhig.
Verlieren Yorkshire Terrier viele Haare?
Nein, das ist einer der größten Vorteile. Yorkies haben kein typisches Hundehaar, sondern seidiges Fell, das dem menschlichen Haar ähnelt. Sie haaren kaum, was sie ideal für Allergiker macht. Aber: Dieses Fell muss täglich gebürstet werden, sonst verfilzt es. Ich habe einen Staubsauger-Roboter, aber ehrlich gesagt, die Haare, die ich finde, sind meistens meine eigenen – nicht die des Hundes.
Wie erkenne ich einen guten Yorkshire Terrier Züchter?
Ein guter Züchter zeigt dir die Elterntiere, gibt dir Gesundheitszertifikate (für Knie, Augen, Herz) und lässt dich die Zuchtstätte besichtigen. Er stellt dir Fragen zu deiner Lebenssituation – ein Zeichen, dass ihm das Wohl der Welpen am Herzen liegt. Vermeide Züchter, die Welpen unter 8 Wochen abgeben oder keine Papiere vorlegen können. Ich habe einmal einen Züchter besucht, der 30 Hunde in einem kleinen Raum hielt – ich bin sofort gegangen.